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Warum Sie Ihrem Kind unbedingt vorlesen sollten

„Mama, vorlesen!“ Wenn Ihr Kind mit einem Buch und dieser einfachen Aufforderung zu Ihnen kommt, dann tun Sie ihm und sich selbst einen großen Gefallen, wenn sie es wirklich tun: einfach vorlesen. Warum das Vorlesen so wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes ist, erfahren Sie hier.

Zeitvertreib und Zeit zu zweit

Vorlesen ist zunächst einmal ein Zeitvertreib. Kindergeschichten lenken ab, machen Spaß, sie können spannend sein, lustig, traurig, nachdenklich, lehrreich, aufheiternd, ermutigend und tausend Dinge mehr, genau wie für Sie ein gutes Buch, ein Kinofilm oder ein Serie.

Aber Vorlesen ist noch viel mehr. Vorlesen ist Zeit für Sie und Ihr Kind. Ihr Nachwuchs spürt, dass er geliebt wird und Ihnen wichtig ist. Denn sonst würden Sie sich kaum die Zeit nehmen, vorzulesen! Meist sitzt er dabei Ihrem dem Schoß, er spürt Ihre Nähe und Wärme und fühlt sich geborgen. Ihre Bindung wird gestärkt, Ihr Kleines entspannt sich und kann Fragen stellen, die es beschäftigen, oder Erlebnisse aus der Kita erzählen, die bisher noch keinen Raum gefunden haben. Vorlesen ist damit enorm wichtig für die emotionale Entwicklung Ihres Kleinen.

Natürlich können Sie auch mit Ihrem Kind auf dem Schoß fernsehen. Der Vorteil von Büchern gegenüber anderen Medien ist aber, dass man das Tempo selbst steuern kann. Das erlaubt es, während des Vorlesens miteinander zu reden, was bei allen anderen Medien nur stören würde.

Vorlesen ist soziales Lernen

Beim Zuhören erweitert Ihr Kind seine kleine Welt. Es bekommt mit, dass Menschen anders aussehen, anders denken, andere Erfahrungen machen. Es übt, sich in die Figuren hineinzuversetzen und fremde Standpunkte nachzuvollziehen. Das kann es auch im echten Leben einfühlsamer und toleranter machen. 

Vorlesen fördert die kognitive und sprachliche Entwicklung

Beim Vorlesen hört ihr Kind eine längere oder kürzere Weile zu. Es trainiert dabei automatisch, sich zu konzentrieren – eine Fähigkeit, die es spätestens in der Schule brauchen wird. Kinder trainieren beim Vorlesen auf erstaunliche Art Ihr Gedächtnis. Versuchen Sie mal, im Lieblingsbuch ein wichtiges Wort wegzulassen: Ihr Kind wird Sie bestimmt verbessern. Außerdem erfordert es Kreativität, Fantasie und logisches Denken, sich in eine gehörte Geschichte hineinzuversetzen. 

Es leuchtet wohl ein, dass Vorlesen die sprachliche Entwicklung Ihres Kindes voranbringt. Es vergrößert seinen Wortschatz und lernt grammatische Regeln. Kinder, denen viel vorgelesen wird, lernen später leichter selbst lesen. Kinder, die viel selbst lesen, haben weniger Probleme mit der Rechtschreibung und Grammatik. Eine gut ausgebildete Lesekompetenz ist in unserer Wissens- und Informationsgesellschaft eine der wichtigsten Fähigkeiten, die Ihr Kind erwerben wird. 

Erzählen statt Vorlesen

Viele Kinder lassen sich wahnsinnig gern frei erzählen. Das ist auch praktisch, denn Sie können es überall tun: im Auto, im Wartezimmer, beim Einkaufen, beim Zähneputzen. Erzählen ist ein prima Trick, unangenehme Aufgaben (wie eben Zähneputzen oder warten) zu versüßen.

Wenn es Ihnen schwer fällt, sich selbst Geschichten auszudenken, erzählen Sie einfach das Lieblingsbilderbuch Ihres Kindes, eine andere bekannte Geschichte oder ein Märchen nach.

Wann lesen wir vor?

Vorlesen gehört in vielen Familien zum Abendritual. Wenn das Kind sowieso zur Ruhe kommen soll, bietet sich das ruhige Vorlesen und Bücheranschauen einfach an. Lesen Sie aber auch sonst im Alltag vor, am besten jeden Tag: in der Mittagspause, am Wochenende, im Wartezimmer, auf einer längeren Reise oder beim Kindergeburtstag.

Übrigens: Sie können Ihrem Kind in jedem Alter vorlesen, angefangen ungefähr mit einem Jahr und auch dann noch, wenn es längst selbst lesen kann. Umso regelmäßiger Sie vorlesen, umso mehr Freude wird es daran haben.

Welche Geschichten zum Vorlesen für mein Kind?

Je kleiner Ihr Kind, umso kürzer ist seine Aufmerksamkeit. Bilderbücher und Pappbilderbücher für die ganz Kleinen enthalten daher oft nur einen einzigen Satz pro Doppelseite. Das bedeutet nicht, dass das Vorlesen schnell vorbei sein muss. Nehmen Sie sich Zeit, die Bilder zu entdecken. Wenn Ihr Kind an einer Seite hängen bleibt, macht das auch nichts. Je älter Ihr Nachwuchs wird, umso mehr kann und will es zuhören. Kinder sind da, wie in allem anderen auch, sehr unterschiedlich.

Im Handel erhalten Sie eine riesige Auswahl an Büchern mit Alterskennzeichnung. Vielleicht haben Sie ja auch noch Bilderbücher aus Ihrer Kindheit oder Sie besuchen eine Bücherei und leihen einige Titel aus. Auf Kinderflohmärkten kann man prima Bücherschnäppchen machen oder Sie bitten befreundete Familie um Buchempfehlungen. Beliebt bei jüngeren Kindern sind Geschichten, die ihre eigene Lebenswelt abbilden, Märchen und Fantasiegeschichten .

Der wichtigste Experte bei der Auswahl von Geschichten zum Vorlesen ist Ihr Kind. Wenn es ein Buch nicht möchte, dann lassen Sie es. Wenn es im Gegenzug sein Lieblingsbuch zum 100. Mal hören möchte, dann lesen Sie es! Natürlich können Sie auch mal einen Vorschlag machen. Aber im Allgemeinen weiß Ihr Kind schon genau, was ihm gefällt und gut tut.