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Ist mein Kind schulreif?

Diese Kriterien sollten Sie kennen

Viele Eltern fragen sich, woran sie erkennen, dass ihr Kind reif für die Schule ist. Bei Kindern, die im Winter oder Frühling geboren sind, ist es meist eindeutig: Sie kommen mit sechs Jahren in die Schule. Doch bei Sommer- und Winterkindern, die den 6. Geburtstag gerade erst erlebt oder noch vor sich haben, ist die Entscheidung oft schwieriger.

Wann ist mein Kind schulreif?

In den Bundesländern gibt es unterschiedliche Stichtage zur Schulpflicht. Die Kinder, die vor dem Stichtag, zum Beispiel dem 30. September eines Jahres, sechs werden, müssen in die Schule, es sind Muss-Kinder. Zurückgestellt werden von ihnen nur wenige. Die Kinder, die danach bis zu einem weiteren Fixtermin, zum Beispiel dem 31.12. des gleichen Jahres, sechs werden, sind Kann-Kinder: Sie können eingeschult werden, wenn die Schuleingangsuntersuchung  zu einem entsprechenden Ergebnis kommt.

Welche Kriterien für die Schulreife gibt es?

Sie fragen sich, ob Ihr Kann-Kind in die Schule gehen kann oder ob Ihr Muss-Kind alle wichtigen Fähigkeiten beherrscht, die es in der Schule braucht? Betrachten Sie dafür seine Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen: der körperlich-motorischen, geistigen, sprachlichen und emotional-sozialen Entwicklung. Die folgenden Fragen helfen Ihnen dabei, diese einzuschätzen. Ihr Kind muss nicht in allen Bereichen perfekt sein, bestimmt nicht! Aber je mehr Aussagen Sie zumindest manchmal zustimmen können, umso leichter wird es Ihr Sprössling vom ersten Schultag  an haben.

Schulreife: die körperliche und motorische Entwicklung

  • Mein Kind ist fit genug, um den Ranzen zu tragen und einen Vormittag lang aktiv zu sein, ohne allzu müde zu werden.
  • Mein Kind kann sich alleine an- und ausziehen. (Schuhe binden wäre perfekt, aber wozu gibt es Klettverschlüsse?)
  • Mein Kind beherrscht einfache und komplexe Bewegungen  (zum Beispiel balancieren, auf einem Bein hüpfen, werfen).
  • Mein Kind hält den Stift unverkrampft, malt eigene Bilder und bleibt beim Ausmalen ungefähr innerhalb der Linien. Es schneidet mit einer Schere.

Schulreife: die geistige Entwicklung

  • Mein Kind konzentriert sich etwa eine halbe Stunde lang.
  • Mein Kind zählt bis 10. Es ordnet Zahlen und Gegenstände nach Größe.
  • Mein Kind kennt einige Symbole wie Buchstaben, Verkehrsschilder und Markenlogos.
  • Mein Kind spielt Spiele wie Memory und Puzzle.
  • Mein Kind akzeptiert und befolgt Regeln. Es wartet auch mal, bis es Aufmerksamkeit bekommt.
  • Mein Kind merkt sich einfache Arbeitsaufträge und führt sie aus. Es beendet Arbeiten, auch wenn sie schwierig sind.

Schulreife: die sprachliche Entwicklung

  • Mein Kind spricht längere Sätze ohne Grammatikfehler und mit allen Lauten.
  • Mein Kind merkt sich kurze Sprüche oder Gedichte.
  • Mein Kind erzählt eine einfache Geschichte mit seinen Worten.
  • Mein Kind kennt seinen Namen und seinen Wohnort.
  • Mein Kind hört zu und reagiert auf das Gesagte von anderen.

Schulreife: die emotional-soziale Entwicklung

  • Mein Kind fügt sich in Gruppen ein. Es knüpft Kontakte zu Gleichaltrigen und Erwachsenen. Es kann sich durchsetzen, aber auch zurückstecken.
  • Mein Kind nimmt seine Bedürfnisse wahr und kann sie aufschieben (zum Beispiel mit dem Toilettengang auf die Pause warten).
  • Mein Kind kann mit Konflikten umgehen und Kompromisse finden.
  • Mein Kind zeigt Neugier und Wissensdurst . Es stellt sich gut auf neue Situationen ein.
  • Mein Kind kommt einen halben Tag ohne Mama und Papa zurecht. Es braucht nicht ständig die Aufmerksamkeit eines Erwachsenen.

Ist mein Kind wirklich schulreif?

Ist mein Kind im Kindergarten  oder in der ersten Klasse besser aufgehoben? Das ist oft keine leichte Entscheidung. Setzen Sie sich nicht zu sehr unter Druck. Sie ruinieren mit Ihrer Entscheidung sicher nicht das Leben Ihres Kindes! Ob es besser gewesen wäre, Ihr Kind früher oder später einzuschulen, kann hinterher sowieso niemand beurteilen. Bedenken Sie: Je nach Bundesland ist der Leistungsdruck am Ende der Grundschule recht hoch. Da kann es hilfreich sein, etwas älter zu sein, doch auch das ist keine allgemeingültige Regel. Im Hinblick auf die steigende Lebenserwartung besteht zumindest keine Eile, das Kind endlich in die Schule und damit irgendwann ins Berufsleben zu bringen. 

Letztlich können Sie die Entscheidung nur ganz individuell für Ihr Kind treffen. Dabei sind Sie aber nicht allein. Sprechen Sie mit dem Kindergartenpersonal, der Kinderärztin und natürlich mit Ihrem Kind selbst. Am Ende muss es sich schließlich mit seinem Leben wohlfühlen.