3 altersstufe 3 kindergartenzeit?t=1524470305 2 interaktion?t=15205008784 konzentration?t=152050092710 wortschatzerweiterung?t=15205010737 sprachentwicklung?t=1520501004

Die Entwicklung meines Kindes mit 3 bis 4 Jahren

Im vierten Lebensjahr wird Ihr Kind in manchen Bereichen schon richtig selbstständig. Es geht vermutlich in die Kita, knüpft Freundschaften, wird trocken… Gleichzeitig braucht es natürlich immer noch Nähe, Zuwendung und Geborgenheit von Mama und Papa.

Welche körperlichen Fähigkeiten entwickelt mein Kind?

  • An- und ausziehen: Ihr Kind lernt immer besser, sich selbst an- und auszuziehen. Aber perfekt muss das natürlich nicht sein!
  • Trocken werden: Viele Kinder werden jetzt zumindest tagsüber trocken. Es muss aber nicht sein, bitte setzen Sie Ihr Kind nicht unter Druck. Nachts bleibt die Windel sowieso bei vielen noch viel länger ein Begleiter.
  • Feinmotorik: Ihr Kind lernt, einen Stift richtig zu halten und mit der Schere zu schneiden.

Welche geistigen Fähigkeiten entwickelt mein Kind?

  • Zeitvorstellung: Ihr Kind entwickelt eine Vorstellung der Zeit. Es versteht nun, wenn Sie zum Beispiel ankündigen, was „heute Nachmittag“ oder „nach dem Essen“ geschieht.
  • Räumliche Wahrnehmung: Ihr Kind versteht nun immer besser die drei Dimensionen des Raums.
  • Raum und Zeit: Mit der Fähigkeit, Raum und Zeit zu verstehen, kommt oft auch Angst. Denn Ihr Kind begreift nun beispielsweise, dass es allein ist und noch für viele Stunden allein bleiben soll, wenn es nachts aufwacht. Daher kommen in diesem Alter viele Kinder, die vorher durchgeschlafen haben, noch mal öfter ins Elternbett.
  • Zahlen: Ihr Kind lernt zu zählen, meist etwa bis 5, und das eigene Alter zu nennen – oder es hält eine entsprechende Anzahl Finger hoch.
  • Malen: Ihr Kind malt jetzt den ersten „Kopffüßer“, eine menschliche Figur, bei der Arme und Beine direkt am Kopf ansetzen. Das ist prima! Es ist dabei, eine abstrakte Vorstellung vom menschlichen Körper zu entwickeln.

Welche sprachlichen Fähigkeiten entwickelt mein Kind?

  • Sätze: Ihr Kind gebraucht W-Fragen und Nebensätze. Warum-Fragen sind nach wie vor häufig.
  • Aussprache: Nach und nach lernt Ihr Kind alle Konsonanten. Häufig schwierig sind r, k/g und s/sch. Sie werden in der Regel bis fünf Jahre gelernt.
  • Geschichten: Ihr Kind kann eigene Erlebnisse oder Geschichten kurz nacherzählen.
  • Verstehen: Ihr Kind kann komplexe Aufträge verstehen und befolgen, zum Beispiel: „Hol die blauen Socken aus dem Schrank in deinem Zimmer und ziehe sie an.“ Dafür hat es auch gelernt, Präpositionen (aus, an, auf, unter) und Farben zu verstehen.

Welche sozialen und emotionalen Fähigkeiten entwickelt mein Kind?

  • Beziehungen: Ihr Kind geht verstärkt Beziehungen zu Menschen außerhalb der Familie ein. Es spielt im Kindergarten intensiv mit anderen Kindern und beginnt vielleicht, sich nachmittags zu verabreden. Es nimmt auch immer leichter Kontakt zu anderen Erwachsenen auf.
  • Empathie: Ihr Kind lernt auch, sich in andere hineinzuversetzen. So versteht es zum Beispiel, dass bei einem Spiel auch mal andere an der Reihe sind oder dass es sinnvoll sein kann, Spielzeug oder Süßigkeiten zu teilen.
  • Gefühle: Mit den eigenen Gefühlen umgehen lernen, ist ein lebenslanger Prozess, der auch jetzt weitergeht. Manchmal sind Kinder von den eigenen Gefühlen so überfordert, dass es zu den berühmten Trotzanfällen oder Wutausbrüchen kommt.

Wie kann ich mein Kind mit drei Jahren fördern?

Genau wie in den vorigen Jahren gilt auch jetzt: Sie müssen Ihr Kind nicht mit konkreten Tätigkeiten oder Programmen fördern. Die beste Förderung ist, Ihrem Kleinen Möglichkeiten zu verschaffen, seine Fähigkeiten selbst weiterzuentwickeln. Dazu gehören im Wesentlichen Bewegung, Erfahrungen für alle Sinne, Gespräche und Beziehungen.

Ein paar konkrete Ideen:

  • Lassen Sie Ihr Kind an alltäglichen Aufgaben teilhaben, egal ob am Telefonieren, am Kochen oder am Wäschewaschen. Es lernt dabei eine Menge und genießt die Zweisamkeit.
  • Bleiben Sie bei ihm. Auch wenn Ihr Kind sich selbst umziehen kann, begleiten Sie es zum Beispiel beim abendlichen Bettfertigmachen. Sie schenken ihm Zuwendung und Sicherheit.
  • Um die Sprachentwicklung zu fördern, ist nichts weiter nötig, als dass Sie mit Ihrem Kind sprechen. Sie können eigene Tätigkeiten kommentieren, singen oder vorlesen. Stellen Sie dabei Fragen und ermutigen Sie Ihr Kind, selbst zu den Bildern im Buch zu erzählen.
  • Beim Bauen mit Bausteinen, Kissen oder im Puppenhaus übt Ihr Kind, dreidimensional zu denken.
  • Geben Sie Ihrem Kind kleinen Mengen zum Zählen und Aufteilen, zum Beispiel vier Bonbons für zwei Kinder. Fragen Sie, ob etwas viel oder wenig, mehr oder weniger ist. 
  • Malen Sie mit Ihrem Kind. 
  • Hand aufs Herz: Sie waren bestimmt auch schon mal richtig außer sich, oder? Genauso normal ist das bei Ihrem Kind. Verbieten Sie ihm seine Gefühle nicht und ignorieren Sie sie nicht. Gehen Sie liebevoll darauf ein und helfen Sie ihm, damit klar zu kommen, bis das Gefühl vorbeigezogen ist. Besonders hilfreich ist es, das Gefühl beim Namen zu nennen, zum Beispiel: „Das macht dich jetzt traurig.“

Jedes Kind entwickelt sich anders

Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr Kind Entwicklungsstufen später erreicht, als hier beschrieben. Variation ist ganz normal! Wenn Sie regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt wahrnehmen, wird Ihnen sicher nichts durch die Lappen gehen.