9 wissensvermittlung?t=1520501050 Wissensvermittlung

Wissen entsteht durch Handeln

Kleine Kinder lernen, indem sie etwas ausprobieren, etwas tun, etwas entdecken und darauf reagieren. Sie lernen im Spiel, durch Nachahmung, durch Experimente und Wiederholung. Erst viel später, im Schulalter, sind Kinder in der Lage, abstrakt zu lernen. Die beste Form, um etwas zu lernen, bleibt jedoch für alle Menschen ein Leben lang das handelnde Lernen.

Wie kann man den Erwerb von Wissen fördern?

Kinder wollen „dabei sein“. Etwas tun dürfen, was auch Erwachsene alltäglich tun – die Blumen gießen, einen Einkaufszettel „schreiben“ (auch wenn sie ihn malen) – oder aber im Spiel nachahmen, was Erwachsene tun: Wenn das Tun gelingt, wird dies vom Gehirn mit Glückshormonen belohnt und die Tätigkeit wird im Langzeitgedächtnis gespeichert. Deshalb ist es wichtig, die Eigeninitiative bei Kindern zu fördern. Wenn Kinder grundsätzlich die Erfahrung machen, dass sie sich einbringen dürfen, verstehen sie auch Verbote und Kompromisse, zum Beispiel wegen ihres Alters oder zum Schutz vor Gefahren, als etwas Normales.

Fragen stellen, Vermutungen fördern

Fördern Sie das Interesse Ihres Kindes an alltäglichen Dingen und helfen Sie ihm mit Fragen dabei, eigenen Vermutungen anzustellen. Wenn Ihr Kind eine Schnecke entdeckt hat und ihre Fühler berührt, zieht sich die Schnecke in ihr Haus zurück. Während das Kind wartet, ob die Schnecke wieder herauskommt, können Sie nachfragen: Was hast du gemacht? Warum zieht sich die Schnecke wohl zurück? Wie bringen sich andere Tiere in Sicherheit? Wichtig ist hierbei, dass Sie Ihr Kind eigene Überlegungen anstellen lassen und es nur vorsichtig in die richtige Richtung lenken. Vorsagen bringt nichts!

Wieso, weshalb, warum? Kinder fragen lassen

Auf der anderen Seite stellen Kinder selbst viele Fragen, wie etwa: „Woher weiß die Polizei, wo sie gebraucht wird?“ Nicht selten merkt man als Erwachsener, dass man die Antworten selbst nicht kennt. Sagen Sie ruhig offen, wenn Sie etwas nicht wissen. Ideal ist es, wenn Sie die Zeit haben, jetzt gemeinsam mit Ihrem Kind nach der Antwort zu suchen! Besonders im Vorschulalter kann man Fragen zum Beispiel durch einfache Experimente mit Haushaltsmaterialien auf den Grund gehen. Anleitungen dazu finden Sie entweder in Experimentierbüchern oder im Internet. Daneben bieten Rätsel- und Quizbücher, Lernsoftware oder Apps zu den unterschiedlichsten Themen eine Möglichkeit, Wissen zu erweitern. Wichtig beim Einsatz von Medien ist jedoch immer, dass sie als Ergänzung zum Erleben mit allen Sinnen in der Natur oder am echten Gegenstand begriffen werden. Denn das „Be-Greifen“ durch eigenes Handeln und mit allen Sinnen führt zu weit intensiveren und nachhaltigeren Lernerfahrungen.

So lernen Kinder in den verschiedenen Altersstufen

Schon in den ersten Lebenswochen beginnt der Säugling einen Dialog mit seiner Umwelt – zwar noch ohne Worte, aber er zeigt über den Gesichtsausdruck, über Bewegungen mit Armen und Beinen, dass er sich zum Beispiel über Zuwendung und freundliche Ansprache freut. Das wiederum ruft eine weitere Reaktion der Eltern hervor und so fort. Auf seinem ganzen weiteren Lebensweg wird so Lernen geschehen: in direktem Austausch mit seiner Umwelt. Ab dem siebten bis achten Lebensmonat beobachten Kinder beispielsweise intensiv die Tätigkeiten Erwachsener und versuchen, etwas Ähnliches zu tun.

Das erste Lebensjahr

Ist im ersten Lebensjahr die natürliche Abhängigkeit zwischen der Mutter bzw. den Eltern und dem Baby noch stark ausgeprägt, beginnt im zweiten Lebensjahr eine Ablösung. Die Kleinkinder werden nun fähig, auf eigene Faust zu lernen und zu spielen. Das Plüschtier wird gefüttert und gewickelt, die ersten Pappbilderbücher genau betrachtet, das Kind nimmt viel mehr als bisher am Familienleben teil und es gewinnt an Persönlichkeit.

Lernen über die Sprache

Mit dem Spracherwerb im Laufe der ersten drei Lebensjahre verbinden sich Denken und Sprechen, sodass Kinder ihre Erfahrungen und Erkenntnisse ab dem Kindergartenalter zunehmend sprachlich ausdrücken können. Durch die Sprache ist es wiederum möglich, das Denken zu verfeinern, denn die Sprache hilft dabei, die Welt in Gruppen einzuteilen. Zum Beispiel gibt es Bäume und Blumen. Eigenschaftswörter helfen, die Welt genauer zu beschreiben – eine gelbe Blume, ein hoher Baum. Dazu kommen weitere Erfahrungen, die das Wissensnetz im Kopf erweitern: „Bienen fliegen in der Nähe von Blumen. Bienen können mich stechen.“ Die Sprache bietet Kindern nun eine neue Möglichkeit, ihre unstillbare Neugier zu befriedigen: Sie fragen nach Namen von Dingen, Lebewesen und Personen und begleiten alles Tun mit ausdauernden Fragen nach dem Warum, Woher und Was, zum Beispiel: „Was tun die Bienen bei den Blumen?“

Sind die Monster noch unter dem Bett?

Zwischen dem dritten und dem fünften Lebensjahr durchläuft das Kind die sogenannte „magische Phase“: Es führt Erlebnisse oder Phänomene, die es nicht erklären kann, entweder auf seine eigenen Gedanken und Handlungen als Ursache zurück oder darauf, dass magische Wesen am Werk sind. So kann ein Kind zum Beispiel nicht einschlafen, weil es glaubt, dass ein Monster unter dem Bett sitzt. Dieses Monster ist für das Kind real, es kann also nur mit einer Monsterfalle oder mit einem Staubsauger eingefangen und somit entfernt werden. Die magische Phase ist ein unerlässliches Durchgangsstadium auf dem Weg der Entwicklung des Denkens und Fühlens, sie ist bei allen Kindern weltweit zu beobachten.

Buchstaben, Zahlen, Zeit

Langsam und stetig wächst dann bei Vier- und Fünfjährigen der Anteil des realistischen Denkens. Im Vorschulalter beginnen sich die Kinder für Geld, Zahlen und Buchstaben zu interessieren, auch die Zeit wird nach und nach zu einer messbaren Größe. Fünfjährige erkennen nun auch, wenn andere Kinder oder auch Erwachsene ihnen gezielt etwas Falsches erzählen.

Grundschulalter: Zusammenhänge verstehen

Kinder im Grundschulalter denken zunehmend sachorientierter, sie interessieren sich für den Zoo oder ein Museum, weil sie das Bedürfnis haben, die Welt erklären zu können. Sie wollen Zusammenhänge verstehen. Dabei hilft ihnen, dass sie sich wesentlich besser konzentrieren können als noch im Kindergarten- und Vorschulalter, dass sie ein besseres Gedächtnis haben und sich gerne auf etwas Neues einlassen. Im Schulalter werden vorhandenes Wissen und vorhandene Umwelterfahrungen neu geordnet. Dabei ist das Schreiben und Lesen lernen – ähnlich wie der Spracherwerb – von großer Bedeutung und eröffnet ihnen vollkommen neue Möglichkeiten des Wissenserwerbs. Auf unserer Webseite finden Sie viele gute Ideen, um Ihrem Kind mit viel Spaß wertvolles Wissen zu vermitteln. Stöbern Sie durch unser Magazin, probieren Sie unsere Downloads aus oder lassen Sie sich von den unterschiedlichen Anregungen zum Forschen und Lernen inspirieren.

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