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Umgang mit Schimpfwörtern

Muss ich meinem Kind die Schimpfwörter abgewöhnen?

Bei uns Eltern, bei Freunden oder in Schule und Kindergarten: Irgendwo werden alle Kinder garantiert mal Wörter aufschnappen, die wir eigentlich lieber nicht aus dem Kindermund hören möchten. Aber das ist nicht unbedingt dramatisch. Mit ein paar Tricks nehmen Sie den Kraftausdrücken eine Menge Sprengkraft.

Schimpfwort ist nicht gleich Schimpfwort


Was Sch…, A… und andere Kraftausdrücke angeht, haben wir es als Eltern eigentlich mit zwei Phänomenen zu tun. Auf der einen Seite sind die Jüngeren. Sie schnappen ein Wort auf, wiederholen es und wissen oft noch gar nicht, was es heißt oder wann man es benutzt. Sie merken nur, dass Eltern und andere Erwachsene darauf ungewöhnlich stark reagieren. Auf der anderen Seite stehen die meist etwas älteren Kinder. Sie wissen, welche Kraft im Schimpfwort steckt, und benutzen es, wenn sie sich angegriffen fühlen oder verärgert sind. Während Sie das erste Phänomen getrost ignorieren können, kann das zweite durchaus Grenzen verletzen.

Umgang mit Schimpfwörtern: einfach nicht beachten


Besonders im ersten Fall bringt ein Verbot von Schimpfwörtern wenig. Viel hilfreicher ist es, ihnen keine Aufmerksamkeit zu widmen. Wenn Sie bei jedem Sch-Wort an die Decke gehen, lernt Ihr Kind nur, dass diese Wörter eine Bedeutung haben. Wichtiges und Emotionales prägt sich dem Gehirn aber ausgesprochen gut ein! Beachten Sie das Wort dagegen nicht, wird es im Gehirn Ihres Kindes auch nicht so fest abgespeichert. Lachen Sie auch nicht, weil das Wort aus dem Mund Ihres Vierjährigen so niedlich klingt. Je mehr Aufmerksamkeit das Kind mit seiner Wortwahl bekommt, umso eher wird es wieder so reden.

Über Schimpfwörter sprechen


Kleinere Kinder kennen die Bedeutung von Kraftausdrücken oft gar nicht. Sie merken nur, dass sie damit Aufmerksamkeit bekommen. Aber auch für ältere Kinder, die mit einem Wort gezielt schockieren wollen, gilt: Erklären Sie Ihrem Kind, warum Sie das Wort nicht möchten. Berichten Sie, wie Sie sich fühlen, wenn Sie beschimpft werden. Ziehen Sie ruhig den Vergleich zum Hauen oder Schubsen. So kann Ihr Kind leichter verstehen, was die Wörter bei Ihnen und anderen Menschen auslösen.

Mit Wut umgehen


Haben Sie sich schon mal den kleinen Zeh gestoßen? Dann wissen Sie, wie leicht es uns ein Schimpfwort rausrutscht und wie hilfreich sein kann. Es ist nämlich ein Weg, mit Wut, Ärger und Frust umzugehen. Diese Gefühle gehören zum Leben dazu. Gewöhnen Sie Ihrem Kind mit den Schimpfwörtern auf keinen Fall die dazugehörigen Gefühle ab! 
Besser ist es, Alternativen aufzuzeigen. Statt zu fluchen, kann Ihr Kind mit dem Fuß aufstampfen, das Sofakissen boxen oder seine Gefühle anders äußern: „Ich bin so wütend!“ oder „Das regt mich auf!“ Sie können sich in der Familie außerdem erlaubte Schimpfwörter ausdenken. Wie wäre es mit blöder Murkstag, Scheibenkleister oder Stinkebrei? Wichtig ist, dass die erlaubten Wörter allgemein sind und nicht persönlich oder beleidigend.
Wie immer in der Kindererziehung gilt: Sie müssen das gewünschte Verhalten Ihrem Kind vormachen. Verwenden Sie selbst keine Schimpfwörter und reflektieren Sie Ihren Umgang mit Ärger. Dann kann Ihr Kind von Ihnen lernen, gut mit sich und anderen umzugehen.