0 altersstufe 0 babys erstes jahr?t=1520501149 3 kommunikation?t=15205009057 sprachentwicklung?t=152050100410 wortschatzerweiterung?t=1520501073

Spiele zur Sprachförderung im Alltag

Vom niedlichen Brabbeln des Babys über das erste „Mama“ bis hin zur richtigen Unterhaltung meistert Ihr Kind eine erstaunliche Herausforderung: Es lernt eine Sprache, komplett mit tausenden Wörtern, grammatischen Regeln und der richtigen Aussprache und Betonung. Dass das nicht von heute auf morgen und ohne Fehler geht, ist klar. 

Die Sprachentwicklung beim Kind

Im ersten Lebensjahr brabbelt Ihr Baby bereits Laute und Satzmelodien seiner Umgebungssprache und versteht bald die ersten Wörter, die Personen, Gegenstände oder Handlungen aus seinem Leben benennen (etwa Mama, Bett oder essen).

Im zweiten Lebensjahr vergrößert sich der Wortschatz deutlich. Ihr Kind spricht Zweiwortsätze, kennt seinen eigenen Namen und versteht eine Menge mehr als das, was es selbst sprechen kann. 

Zu einer wahren Wortschatzexplosion kommt es meist im dritten Lebensjahr . Ihr Kind spricht nun auch Dreiwort- und Mehrwortsätze, sagt „ich“ und beginnt, Warum-Fragen zu stellen.

Neben Hauptsätzen verwenden Kinder im vierten Lebensjahr auch W-Fragen und Nebensätze. Mehr und mehr beherrschen sie die Aussprache der Konsonanten. Sie können Arbeitsaufträge verstehen und Geschichten nacherzählen.

Sprachförderung im Alltag

Ihr Kind lernt seine Muttersprache von Mama und Papa, den Geschwistern, Freunden und Großeltern, kurz: von den Menschen seiner Umgebung. Also ist klar, dass Sie als Mama oder Papa eine Menge dafür tun können, dass ihm das Lernen leichter fällt.

  • Sprechen: Unterhalten Sie sich viel mit Ihrem Kind. Schon Ihrem Baby können Sie beim Wickeln etwas erzählen. Dabei lernt es die Sprachmelodie kennen, außerdem beruhigt die vertraute Stimme von Mama oder Papa. Es müssen keine richtigen Geschichten sein (auch wenn viele Kinder die sehr mögen), Sie können einfach kommentieren, was Sie tun. Wenn Ihr Kind etwas älter ist, können Sie ihm Fragen stellen, um es selbst zum Sprechen anzuregen. Erkundigen Sie sich etwa, was es gerade spielt, was es zu essen mag oder welches Kleidungsstück es anziehen will.
  • Singen: Auch beim Singen hört Ihr Kind seine Muttersprache, noch dazu sind die Melodien je nach Lied beruhigend , entspannend, lustig oder aufheiternd.
  • Reime: Gereimten Texten kann man oft leichter zuhören, selbst wenn man den Inhalt nicht Wort für Wort versteht. Dafür sorgen die gleich klingenden Reimwörter, der gleichmäßige Rhythmus und die vielen Wiederholungen. Rhythmus und Reime machen Gedichte häufig richtig lustig. Vielleicht kennen Sie ja Kinderreime auswendig oder Sie lesen Bücher mit gereimten Texten vor.
  • Vorlesen: Wenn Sie vorlesen , schenken Sie Ihrem Kind Zuwendung und eine schöne gemeinsame Zeit. Und natürlich kann Ihr Kind dabei auch seinen Wortschatz vergrößern und grammatische Regeln lernen. Auch das Erlernen von Rechtschreibung und Zeichensetzung in der Schule kann ihm später leichter fallen. Es gibt Kinderbücher speziell für das erste Lebensjahr , das zweite und dritte sowie mit unterschiedlichen Geschichten, etwa aus der Lebenswelt des Kindes , mit Märchen oder Fantasiegeschichten.

Spiele zur Sprachförderung

Wenn Sie viel mit Ihrem Kind sprechen und ihm vorlesen, lernt es seine Muttersprache wie von selbst. Mit ein paar schönen Spielen können Sie Ihren kleinen Liebling aber auch unterstützen.

  • Bildersuchspiel: Spielen Sie mit Ihrem Kind das bekannte Spiel, bei dem man Bildpaare aufdecken muss. Benennen Sie dabei die abgebildeten Gegenstände. Fragen Sie, was es aufgedeckt hat. Fragen Sie auch nach Eigenschaften des Gegenstandes, etwa: „Ist das Auto rot oder blau?“ oder „Wie schmeckt der Apfel?“
  • Erzählspiel: Lassen Sie Ihr Kind drei Bilder des Bildersuchspiels aussuchen und eine Geschichte dazu erzählen. Beim ersten Mal müssen Sie ihm das vermutlich vormachen oder dabei helfen. Hat Ihr Kleines etwa Pferd, Flugzeug und Apfel aufgedeckt, erzählen Sie ungefähr so und lassen dabei die Bildkarten spielen: „Das Pferd fraß so gerne Äpfel, doch eines Tages waren alle aufgefuttert. Da hat es eine Reise mit dem Flugzeug nach Rio gebucht, wo es noch Äpfel gab. Und weil die Äpfel dort so lecker waren, ist es für immer dort geblieben.“ 
  • Lückenfüller: Wenn Ihr Kind ein Lieblingsbuch hat, das Sie schon oft vorgelesen haben, dann lassen Sie mal einzelne Wörter weg und warten, ob Ihr Kind die Lücken füllen kann. Das trainiert das Gedächtnis und das vorausschauende Verstehen. Sie werden staunen, was Ihr Kleines alles weiß!
  • Spezielle Spiele zur Sprachförderung: Im Handel gibt es eine Vielzahl von Brett- und Tischspielen, die gezielt die Sprachentwicklung fördern. Im Normalfall ist es so etwas nicht nötig. Ihr Kind wird die Sprache schon lernen, keine Sorge! Aber wenn die Oma dringend ein Geburtstagsgeschenk sucht, ist nichts dagegen einzuwenden. 

Nur die Ruhe

Es ist völlig normal, dass Kinder unterschiedlich schnell lernen. Da spricht das eine schon perfekte Mehrwortsätze, während das andere noch einzelne Worte sagt. Manche Kinder lernen die Konsonanten so spät, dass nur die Eltern die Aussprache verstehen, während andere von Anfang an alles richtig aussprechen. Das macht nichts und ist völlig okay! Bleiben Sie gelassen und haben Sie Vertrauen in Ihr Kind. Bei den Vorsorgeuntersuchungen wird Ihr Kinderarzt entscheiden, ob logopädische Hilfe nötig ist. Abgesehen davon leben Sie mit Ihrem Kleinen ganz normal weiter, lesen Sie vor, sprechen Sie mit ihm. Mit der Zeit wird sich schon alles finden.