2 altersstufe 2 wieso weshalb warum?t=1520501190 2 interaktion?t=15205008783 kommunikation?t=1520500905

Teilen lernen leicht gemacht

So können Kinder teilen lernen

„Meins!“ Was wir einmal haben, wollen wir nicht wieder abgeben, dazu drängt uns unser Gehirn. Doch obwohl Teilen so schwer ist, kann man es üben – als Kind genauso wie als Erwachsener.

Teilen ist schwer


Grundsätzlich muss man sich klar machen: Das menschliche Gehirn ist nicht auf Teilen programmiert. Um zu überleben, will es möglichst nichts abgeben. Wenn Sie sich mal kurz klar machen, wie voll Ihr Kühlschrank ist und wie viele Menschen auf der Welt hungern, dann ist Ihnen sofort klar, wie schwer Teilen auch für uns Große ist. Nichtsdestoweniger kann man das Teilen üben.

Greifen und begreifen


Im ersten Lebensjahr geht es los: Baby greifen nach allem, was man Ihnen vor die Nase hält. Das bedeutet nicht, dass sie den Gegenstand besitzen wollen, sondern, dass sie ihre Umgebung erkunden. Sie be-greifen die Welt. 
Später in der Krabbelgruppe grapschen die Kleinen beherzt nach fremdem Spielzeug . Das tun sie laut Experten, um Hallo zu sagen. Außerdem lernen Kindern durch Nachahmen. Nehmen sie sich ein fremdes Spielzeug, ist das kein Ausdruck von unsozialem Besitzstreben. Sie wollen schlicht auch das machen, was bei dem anderen Kind so interessant aussieht. 

Wann lernen Kinder teilen?


Erst ab etwa zwei Jahren denken und rufen Kinder: „Meins!“ Dann werden sie manchmal rabiat, um ihren Besitz zu verteidigen. In diesem Fall sind die Eltern als Vermittler gefragt. Ansonsten ist es meist sinnvoll, die Kinder selbst eine Lösung finden zu lassen und auch kein Kind zum Teilen zu zwingen. Das löst unter Umständen heftige Trotz-Gefühle  aus.
In diesem Alter erwerben die Kleinen aber auch Fähigkeiten, die das Teilen erleichtern. Zum Einen wächst der Wortschatz und die allgemeine Sprachfähigkeit. Die Kleinen können jetzt also fragen, bevor sie etwas nehmen. Zum anderen bekommen die Kleinen ein gewisses Zeitgefühl. Das macht es erträglich, auf ein Spielzeug zu warten oder sich beim Spielen abzuwechseln.

Teilen lernen von den Eltern


Ihr Kleines lernt am besten durch Nachmachen – gerade von Mama und Papa! Beobachten Sie also genau, wie Sie mit Besitz umgehen. Tun Sie es so, wie Sie es sich auch von Ihrem Kind wünschen.
Wenn Ihr Kleines mit Gleichaltrigen zusammen ist, können Sie ihm das Teilen ebenfalls vormachen. Fragen Sie zum Beispiel den kleinen Freund: „Dürfen wir das Auto kurz ausleihen?“ Akzeptieren Sie die Antwort des anderen Kindes und geben Sie das Auto, wenn gewünscht, zurück. Loben  Sie Ihr Kind und andere Kinder ruhig mal, wenn das Teilen gut klappt.

Teilen lernen heißt sich einfühlen lernen


Je älter Ihr Kind ist, umso mehr können Sie mit ihm darüber sprechen, dass auch andere Kinder Bedürfnisse haben. Das soll keine Moralpredigt sein, sondern ein freundliches: „Schau mal, Lara möchte eben auch so gern mit dem Bagger spielen!“ oder „Du möchtest am liebsten ganz viel mit dem Roller fahren, nicht wahr? Siehst du, Jo geht es ganz genauso.“
Sich richtig in andere einfühlen, das können die Kleinen aber erst mit vier oder fünf Jahren. Bis dahin ist viel Geduld gefragt.

Das wichtigste zum Schluss


Immer abgeben und die eigenen Bedürfnisse vernachlässigen ist genauso wenig hilfreich wie übertriebener Geiz. Noch dazu soll Ihr Kind ermutigt werden, über sein Spielzeug selbst zu bestimmen. Machen Sie sich immer wieder klar, wie schwer das Teilen auch Erwachsenen fällt. Erwarten Sie also nicht zu viel von Ihrem Nachwuchs!
Der allerwichtigste Gedanke ist: Ihr Kind kann nur abgeben, wenn seine eigenen Bedürfnisse erfüllt sind. Das heißt nicht, dass Sie es mit Spielzeug eindecken, sondern mit Liebe und Aufmerksamkeit, mit Streicheleinheiten und Gesprächen. Nur wenn es selbst sicher ist, genug zu haben, kann Ihr Kind auch abgeben.