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Es war einmal … Kindermärchen zum Vorlesen

Von den Bremer Stadtmusikanten bis zu Frau Holle: Bestimmt kennen Sie Märchen aus ihrer eigenen Kindheit. Es sind Geschichten, die in einer fernen Vergangenheit spielen, von magischen Kräften und schwierigen Prüfungen erzählen. Wegen der zauberhaften und abenteuerlichen Elemente sind Märchen bei Kindern und Erwachsenen beliebt. 

Warum gerade Märchen vorlesen?

Beim Vorlesen fördern Sie Ihr Kind in vielen Bereichen: 

  • Mit Märchen und Fantasiegeschichten lernt Ihr Kind einen Ausschnitt der Welt kennen, der seine eigenen Erfahrungen übersteigt. Es fühlt sich in Figuren hinein, setzt sich mit Gefühlen und Problemen auseinander und trainiert seine Problemlösekompetenz.
  • Sie schenken ihm Zeit und Zuwendung. Sie sitzen eng aneinander gekuschelt, reden über das Gehörte oder erzählen von sich selbst. Das stärkt Ihre Beziehung und zeigt Ihrem Kleinen Ihre Liebe!
  • Vorlesen und Zuhören fördert die sprachlichen Fähigkeiten Ihres Kindes. Es lernt neue Wörter, Ausdrucksmittel und grammatische Regeln. Es wird später selbst auch leichter lesen lernen. Wie wichtig die Lesekompetenz in unserer Informationsgesellschaft ist, ist nicht zu unterschätzen.
  • Wenn Ihr Kleines einem Märchen oder einer anderen Geschichte folgt, schult es sein Gedächtnis und seine Konzentration, es trainiert logisches Denken, Kreativität und Fantasie.

Märchen sind bei Kindern besonders beliebt, weil sie so anders sind als die tägliche Erfahrung: Es gibt Prinzen und Prinzessinnen, Hexen und Zauberei, Riesen und Zwerge, sprechende Tiere und viele Abenteuer. Märchen sind eben märchenhaft! Beim Zuhören erschaffen sich die Kleinen eine eigene Fantasiewelt.

Beliebte Märchen für Kinder

Oft unterscheidet man Volksmärchen und Kunstmärchen. Volksmärchen sind solche, die schon lange in verschiedenen Gegenden erzählt und irgendwann von Gelehrten wie den Brüdern Grimm gesammelt und aufgeschrieben wurden. Kunstmärchen haben sich Schriftsteller dagegen gezielt ausgedacht. Die bekannten Grimmschen Märchen wie „Der Froschkönig“ und „Hänsel und Gretel“ sind Volksmärchen. Märchen von Wilhelm Hauff wie „Die Geschichte von dem kleinen Muck“ und dem Dänen Hans Christian Andersen („Das hässliche Entlein“) sind dagegen Kunstmärchen. Natürlich gibt es auch unzählige Märchen aus anderen Ländern, zum Beispiel „Die Schöne und das Biest“ aus Frankreich, „Ali und der König“ aus der Türkei oder „Die drei kleinen Schweinchen“ aus England.

Diese Märchen eignen sich besonders zum Vorlesen für Kinder:

Noch ein Tipp: Viele unserer Märchen wurden im 19. Jahrhundert aufgeschrieben. Sie sind oft lang und nicht immer leicht zu verstehen. Halten Sie Ausschau nach neueren Märchenbüchern, in denen die bekannten Geschichten für Kinder nacherzählt werden oder laden Sie sich gekürzte, kindgerechte Versionen in unserem Downloadbereich herunter.

Selber Kindermärchen erzählen

Kinder lieben es, erzählt zu bekommen, manche mögen das sogar noch lieber als vorlesen. Mit Erzählen können Sie Ihrem Kind und sich selbst viele eher unangenehme oder langweilige Momente versüßen, zum Beispiel die Kassenschlange im Supermarkt, das Zähneputzen oder die Wartezeit beim Kinderarzt. Märchen kann man besonders gut nacherzählen, denn die Stories sind oft eingängig und wegen der vielen wunderlichen Ereignisse leicht zu merken.

Sie können aber auch selbst Märchen erfinden. Das ist gar nicht so schwer, wie es klingt. Je mehr Märchen Sie kennen, umso leichter wird es Ihnen fallen. Sie brauchen:

  • eine Hauptfigur (möglichst unbedeutend und normal, also ein kleines Mädchen oder ein armer Junge),
  • eine Aufgabe für die Hauptfigur (einen Schatz finden, eine Prinzessin befreien …),
  • einen gefahrvollen Weg mit am besten drei oder sieben Prüfungen,
  • einen Gegenspieler (Hexe, Zauberer, böse Stiefmutter, Drache),
  • einen oder mehrere Helfer (Zauberer, guter König, sprechendes Tier).

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.