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Sehen & fühlen: Sinnesspiele für Kinder

Fühlen, riechen, schmecken, sehen, hören – das sind die klassischen fünf Sinne. Mit ihrer Hilfe nehmen wir unsere Umgebung wahr. Und nur wenn wir sie wahrnehmen, können wir auch darauf reagieren. Ohne unsere fünf Sinne könnten wir also weder laufen noch Beziehungen knüpfen noch vieles, vieles mehr.

Warum Sinnesspiele für Kinder?

Schon ein Neugeborenes erkennt seine Mama am Geruch und den Papa an der Stimme, es schmeckt die Milch und fühlt Omas Streicheln auf der Wange. Mit den fünf Sinnen nehmen wir unsere Umwelt wahr. Nur so können wir uns auf sie einstellen und auf sie reagieren. Sie sind sozusagen unser Fenster zur Welt. Ohne sie würden wir völlig allein im Dunkeln sitzen.

Neben den klassischen fünf Sinnen besitzen wir noch mehr Wahrnehmungskanäle, nämlich den Gleichgewichtssinn sowie die Sinne für Temperatur, Schmerz und Körperwahrnehmung. Im Folgenden geht es aber um die fünf bekannten Sinne.

Die Wahrnehmung bei Kindern fördern

Alle genannten Spiele sind für Kids ab etwa 2 Jahren geeignet. Spielen Sie nur, was Ihr Kind auch mag. Vielleicht hat es Angst davor, die Hände in eine Kiste mit nicht sichtbaren Gegenständen zu stecken. Oder es ekelt sich davor, neue Geschmäcker auszuprobieren. Dann lassen Sie es sein und gehen im Sand spielen oder im Wald Stöckchen sammeln. Das sind mit die einfachsten und sinnlichsten Beschäftigungen überhaupt.

Spiele für alle Sinne drinnen

Das Praktische an Sinnesspielen ist, dass man dafür nur wenig Hilfsmittel braucht: ein paar Gegenstände aus dem Haushalt und die eigenen fünf Sinne natürlich, dann geht es los.

Fühlen:

  • Ihr Kleines kann Knete, Salzteig oder Knetsand formen. Da die Finger viele Nervenenden enthalten, ist das besonders sinnlich. Verwenden Sie farbige Knete oder welche mit Glitzer oder Duft, um zusätzlich andere Sinne anzusprechen.
  • Für kleinere Kinder können Sie ein Fühlbuch basteln. Kleben Sie dafür Materialien mit verschiedenen Oberflächen auf feste Pappen (zum Beispiel glatter Stoff, rauer Stoff, langer und kurzer Kunstpelz, Plastik, Metallfolie, Luftpolsterfolie, getrocknete Blüten …). Lochen Sie die Pappen und verbinden Sie sie mit Buchringen.
  • Stecken Sie einige Gegenstände in eine Kiste, sie sollten sich ganz unterschiedlich anfühlen (rau, glatt, kalt, warm …). Lassen Sie Ihr Kind blind in der Kiste tasten.
  • Experimentieren Sie beim Duschen mit kaltem Wasser. Beginnen Sie an den Füßen, Händen oder Beinen.
  • Malen, streicheln oder massieren Sie Ihr Kind am Rücken (und dann andersherum).

Schmecken:

  • Probieren Sie mit Ihrem Kind drei Getränke, zum Beispiel Milch, Wasser und Saft. Anschließend schließt Ihr Kind die Augen und Sie geben ihm einen Schluck. Kann es raten, was es gerade trinkt? 
  • Bereiten Sie zusammen ein Lebensmittel auf verschiedene Arten zu und probieren Sie alles. Wie schmecken Apfel, Möhre oder Kartoffel roh, gerieben, gekocht, gebraten?
  • Füttern Sie Ihrem Kind sein Lieblingsessen, aber mit verbundenen Augen. Errät es, was es gerade bekommt? Schmeckt das Essen so gut wie sonst?

Riechen:

  • Schnuppern Sie sich einmal durch alle Zimmer. Riechen Sie in der Küche an den Gewürzen, im Bad an Seifen und Shampoos, im Kinderzimmer an Bett, Kleidung und Spielzeug. 
  • Verbinden Sie Ihrem Kind die Augen und lassen Sie es an verschiedenen Nahrungsmitteln schnuppern. (Aber bitte nichts, was Ihr Kind nicht mag.)
  • Zerreiben Sie im Garten und Park Blätter und schnuppern Sie daran. Das ist besonders im Kräutergarten spannend, aber auch Tomaten, Lavendel, Rosen, Kiefern und andere Pflanzen haben einen besonderen Duft.

Sehen:

  • Sammeln Sie auf einem Waldspaziergang Fundstücke wie Zapfen, Federn , Stöckchen und Kastanien. Schon dabei benutzt Ihr Kind seine fünf Sinne und Schätze zu sammeln macht sowieso immer Spaß. Das ist auch ein prima Trick, um einen langweiligen Fußweg aufzupeppen!
  • Zuhause legen Sie fünf Schätze aus und betrachten Sie sie zusammen. Ihr Kind guckt kurz weg und Sie entfernen einen Schatz. Erkennt Ihr Kind, welches Fundstück fehlt?
  • Lassen Sie Ihr Kind Fotos machen. Wenn Sie Sorge um Ihre Kamera oder Ihr Handy haben, kaufen Sie eine Einwegkamera oder eine stabile Kinderkamera. Am besten machen Sie einen konkreten Fotovorschlag wie „Knipse deine Kuscheltiere/deine Freunde/die Kita.“ Sammeln Sie die Fotos in einem Scrapbook .
  • Betrachten Sie Alltagsgegenstände durch eine Lupe oder ein Mikroskop. So werden Kissen, Nudeln und Ameisen hochinteressant!

Hören:

  • Führen Sie Ihr Kind im Haus oder draußen spazieren. Es soll dabei die Augen schließen und nur lauschen. Das geht natürlich auch im Sitzen oder Liegen.
  • Lauschen Sie zusammen bewusst auf die Stille, zum Beispiel morgens nach dem Aufwachen im Haus oder unterwegs in einer Kirche.
  • Machen Sie Tiergeräusche nach und lassen Sie Ihr Kind raten.

Spiele für alle Sinne draußen

In der freien Natur bieten sich so unendlich viele Möglichkeiten, mit allen Sinnen zu spielen, dass man sie nicht aufzählen kann. Fangen Sie damit an, zusammen nach draußen zu gehen und Ihr Kind forschen zu lassen. Oder Sie versuchen die folgenden Spiele:

  • Setzen oder legen Sie sich draußen hin: auf den Rasen, in den Sand, auf eine Terrasse aus Stein, in den Schnee. (Kleinere Kinder dürfen draußen überall krabbeln.)
  • Es ist ein alter Hut, aber: Für die Kleinen gibt es kaum etwas Sinnlicheres als den Sandkasten auf dem Spielplatz oder zuhause. Buddeln Sie die Füße oder Hände Ihres Kleinen ein, lassen Sie es richtig tief im Sand graben und unbedingt mit Sand und Wasser matschen.
  • Gehen Sie im Sommer barfuß. Versuchen Sie das nicht nur zuhause auf dem Rasen, sondern auch im Wald oder Park, wo es unterschiedliche Untergründe zu spüren gibt: harte, spitze, weiche, nasse, matschige … Besuchen Sie einen Barfußpfad oder -park und wühlen Sie mit den Zehen im Schlamm.
  • Halten Sie die Füße ins Meer oder einen kalten Bach. Tauchen Sie danach die Hände und Arme ein.
  • Gehen Sie ins Schwimmbad. Probieren Sie aus, was Ihrem Kleinen gefällt: warmes oder kühleres Wasser, selbst im Flachen sitzen oder bei Papa auf dem Arm schweben, mit Spielzeug spielen oder auf einer Matte gezogen werden.