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Laufen lernen Schritt für Schritt

„Mein Kind lernt laufen!“ Wer diesen Satz sagen kann, ist meist unendlich stolz auf den Nachwuchs. Und das ist auch richtig so, denn das Gehen auf zwei Beinen ist eine tolle Leistung. Und das Beste ist: Jedes Kind schafft es, ohne dass Sie groß etwas dafür tun müssen.

Laufen will geübt sein

Schon Monate bevor Ihr Baby den ersten freien Schritt macht, trainiert es heftig für die neue Disziplin, zunächst allerdings im Liegen. Gegen Ende des ersten Lebensjahres geht es dann endlich nach oben: Das Baby zieht sich mit den Armen hoch und übt das Stehen, zunächst mit Festhalten oder Anlehnen. Dabei trainiert es die Bein- und Rückenmuskulatur und kommt ins Gleichgewicht. Im Stehen hat Ihr Kleines plötzlich eine ganz neue Sicht auf die Welt, es schaut von oben und kann Dinge sehen, die vorher vorborgen waren (zum Beispiel Gegenstände auf einem Stuhl oder Tisch). Das ist spannend und motiviert, weiter zu üben.

Im Stehen wird nun – ob absichtlich oder nicht – ab und an die Stütze losgelassen und Ihr Baby steht frei. Parallel dazu merkt ihr Baby, dass es im Stehen vorankommen kann. Es hangelt sich nun an Gegenständen entlang, zum Beispiel an der Tischkante. Seine ersten Schritte macht es dabei seitwärts. Nach einiger Zeit und viel Übung kann es vorwärts laufen, wenn sie es an den Händen halten. Das lernt es meist im ersten Viertel des zweiten Lebensjahres .

Zuletzt kommt die Königsdisziplin, die Ihr Kleines erst nach viel Intensivtraining packt: das freie Gehen. Oft brauchen die ersten Schritte einen spannenden Anreiz, zum Beispiel lockende Worte von Mama oder ein geliebtes Spielzeug etwas weiter weg. Und selbst wenn Ihr Kleines schon die ersten Schritte allein getan hat, krabbelt es noch häufig, um schneller voranzukommen. Aber irgendwann schafft es jedes Kind: Es läuft selbstständig und sicher. Glückwunsch, Kleines!

So klappt es mit dem Laufenlernen

Ihr Kind lernt das Laufen ganz allein. Mit diesen Tipps geht es vielleicht leichter:

  • Training unerwünscht: Natürlich dürfen Sie Ihr Kleines loben und ermuntern. Aber: Das Laufen üben müssen Sie mit ihm nicht, das könnte sogar schaden. Auch Lauflernhilfen wie Gehwagen und sogenannte „Gehfreis“ sind eher schädlich als hilfreich, teilweise ist sogar die Verletzungsgefahr hoch. Viel besser ist es, Sie lassen Ihr Baby allein und in seinem eigenen Tempo voranschreiten. Mit Bewegungsspielen können Sie ihm ein gutes Körpergefühl vermitteln.
  • Gute Bodenhaftung: Am sichersten läuft Ihr Kleines barfuß oder in Rutschsocken, in Schuhen kann die Stolpergefahr größer sein. Denken Sie auch daran, Teppiche und andere Stolperfallen für eine Weile aus dem Weg zu räumen.
  • Eine kindersichere Wohnung: Spätestens wenn Ihr Kleines laufen lernt, müssen Sie Ihre Wohnung kindersicher machen. Alle Kanten und Ecken in Kopfhöhe, zum Beispiel an Tischen, Schränken oder Türklinken, sollten abgepolstert werden, Kabel und Steckdosen gesichert, Türen wegen Klemmgefahr gepuffert, Möbel kippsicher in der Wand verschraubt.
  • Nur Geduld: Das eine Kind läuft mit zehn Monaten, das andere mit 16. Das ist einfach so und man kann es nicht ändern! Natürlich kann es nerven, wenn andere Eltern von den körperlichen Leistungen ihres Nachwuchses erzählen. Lassen Sie sich davon nicht verrückt machen. Ihr Kind ist wunderbar, egal ob es läuft oder nicht.