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So entwickelt sich Ihr Kind mit 2 bis 3 Jahren

Im dritten Lebensjahr wird Ihr Kind immer eigenständiger. Es beschäftigt sich allein, hilft beim An- und Ausziehen und nimmt vermehrt Kontakt zu anderen Menschen auf.

Welche körperlichen Fähigkeiten entwickelt mein Kind?

  • An- und ausziehen: Ihr Kind beginnt, sich an- und auszuziehen (das muss noch nicht perfekt sein, keine Sorge).
  • Trocken werden: Manche Kinder haben jetzt Interesse daran, aufs Töpfchen oder WC zu gehen (andere nicht, das ist auch okay).
  • Feinmotorik: Ihr Kind kann im Pinzettengriff greifen, einen Stift halten (wenn auch nicht unbedingt korrekt), mit Besteck essen und Buchseiten umblättern.
  • Grobmotorik: Ihr Kind lernt Treppensteigen und mit geschlossenen Beinen zu hüpfen.

Kausales Denken und Kategorien: die geistigen Fähigkeiten

  • Räumliche Wahrnehmung: Ihr Kind lernt, dass die räumliche Ausdehnung nicht nur in die Senkrechte geht (so haben Sie es im zweiten Lebensjahr beim Stapeln und Turmbauen gesehen), sondern auch in die Waagerechte. Danach werden beide Dimensionen verbunden, das Kind denkt also dreidimensional.
  • Räumliche Vorstellung: Ihr Kind hat eine Vorstellung von bekannten Räumen, zum Beispiel von Ihrer Wohnung. Das bedeutet, es kann jetzt allein im Kinderzimmer spielen, weil es weiß, dass Mama oder Papa im Wohnzimmer sind.
  • Kategorien: Ihr Kind festigt die Fähigkeit, in zusammengehörigen Gruppen zu denken. Es sortiert zum Beispiel alle Löffel, alle Socken oder alle blauen Dinge zusammen.
  • Kausales Denken: Ihr Kind begreift immer mehr kausale Zusammenhänge und beginnt, eigene Handlungen und ihre Auswirkungen zu planen.

Wortschatzexplosion! Die sprachliche Entwicklung

  • Wörter: Der Wortschatz Ihres Kindes ist bisher nur langsam gewachsen. Ab etwa 50 Wörtern kommt es zu einem sehr raschen Anstieg, Ihr Kind lernt dann mehrere neue Wörter pro Tag.
  • Sätze: Ihr Kind spricht im dritten Lebensjahr vermutlich schon Zweiwortsätze, später auch Dreiwort- und Mehrwortsätze. 
  • eigener Name: Im zweiten oder dritten Lebensjahr verwendet das Kind seinen Namen und spricht von sich selbst als „ich“.
  • Warum-Fragen: Viele Kinder beginnen, Fragen mit „warum?“, „wie?“, „was?“ oder „und dann?“ zu stellen.

Die anderen und ich: soziale und emotionale Fähigkeiten

  • Kommunikation: Ihr Kind interessiert sich mehr und mehr für andere Menschen. Es beginnt, mit anderen Kindern zu spielen oder mit weniger vertrauten Erwachsenen zu sprechen.
  • Bindung: Gleichzeitig brauchen Zweijährige ihre Bezugsperson. Es ist die Zeit, wo sich die Kleinen gern konsequent an Mamas oder Papas Beine klammern oder sie am Finger mitziehen, egal wohin es geht.
  • Gefühle: Je älter ein Kind wird, umso mehr wird es mit Bedürfnissen und Gefühlen konfrontiert, die nicht sofort gestillt werden. Damit muss es umgehen lernen. Im dritten Lebensjahr neigen manche zu den berüchtigten Trotzanfällen. 

Wie kann ich mein Kind mit zwei Jahren fördern?

Probieren Sie diese Tipps, um die Entwicklung Ihres Kindes mit 2 Jahren zu fördern:

  • Bieten Sie unterschiedliche Bewegungsformen drinnen und draußen. 
  • Für die Sprachentwicklung ist es weiterhin sinnvoll, dass Sie viel mit ihrem Kind sprechen, die alltäglichen Handlungen erklären, vorlesen, singen.
  • Wenn Ihr Kind Warum-Fragen und ähnliche Nachfragen stellt: Nehmen Sie es ernst, beantworten Sie die Fragen, zeigen Sie ihm passende Gegenstände.
  • Mit Holzeisenbahnen kann Ihr Kind besonders die waagerechte Dimension erkunden, mit Bausteinen später dann die räumliche Ausdehnung in alle drei Richtungen.
  • Lassen Sie Ihr Kleines bei alltäglichen Aufgaben mithelfen. Es hilft in diesem Alter unglaublich gern, auch wenn das für Sie vielleicht manchmal Mehrarbeit bedeutet. Egal ob im Topf rühren, den Müll runterbringen, eine Tasche ins Auto bringen oder einen kleinen Einkaufswagen schieben: Ihr Kind lernt durch Nachahmung, erfährt beim gemeinsamen Arbeiten wichtige Zuwendung und ist stolz auf die erbrachte Leistung.
  • Lassen Sie Ihr Kind selbstständig das tun, was es möchte. Die Küche zum Beispiel ist ein großartiger Ort, um den Inhalt von Schränken und Schubladen auszuräumen und in Kategorien zu ordnen.
  • Nehmen Sie sich Zeit für die Eingewöhnung in die Kita. Ihr Kind muss dort erst eine neue Bezugsperson finden, bevor es Sie gehen lassen kann.
  • Haben Sie Verständnis für die Gefühle Ihres Kindes. Gefühle sind nicht gut oder schlecht, Sie sind einfach da. Es hilft enorm, sie zu benennen, etwa: „Jetzt bist du aber wütend, was?“ Anschließend zeigen Sie Ihrem Kleinen einen Weg, mit dem Gefühl sinnvoll umzugehen. Das heißt nicht, es zu verbieten oder zu verdrängen, sondern es zu erleben. Sie werden feststellen: Gefühle kommen und gehen.

Gelassen bleiben

Genau wie in den ersten Jahren übt Ihr Kind seine Fähigkeiten auch weiterhin immer und immer wieder. Das ist normal und sinnvoll! Es bringt auch nichts, wenn Sie dem Kleinen wohlmeinend helfen, zum Beispiel den Turm zu bauen. Davon lernt es nicht schneller, es wird vielleicht nur frustriert.

Manchmal wissen Sie nicht, welches Spiel gerade für Ihr Kind gut ist. Dann setzen Sie sich nicht unter Druck. Es bringt nichts, Ihrem Kind Spielzeug anzubieten, das noch nicht seinen Fähigkeiten entspricht. Ein zweijähriges kann (im Normalfall) noch nicht mit Lego bauen, ganz egal, wie oft Sie es ihm zeigen. Es bringt genauso wenig, Ihr Kind immer wieder aufs Töpfchen zu setzen, wenn es noch nicht so weit ist. Achten Sie stattdessen darauf, wie Ihr Kind von sich aus spielt. Genau das ist jetzt das richtige Spiel, auch wenn Sie vielleicht nicht immer wissen, was es bringen soll.