6 altersstufe 6 endlich schulkind?t=1520421901 9 wissensvermittlung?t=1520501050

Gesunde Ernährung für Kinder

Gar nicht so schwer!

Du bist, was du isst! Dieses Sprichwort enthält mehr als nur ein Körnchen Wahrheit. Es gibt keinen Bereich der kindlichen Entwicklung und Gesundheit, der nicht von der Ernährung beeinflusst wird – positiv oder negativ. Und weil das für Erwachsene genauso gilt, folgen hier Infos und Tipps zum Thema.

Gesunde Kinderernährung


Gesunde Ernährung ist entscheidend für die gesamte körperliche und geistige Entwicklung Ihres Kindes. Um Ihr Kind auf den richtigen Pfad zu bringen, müssen Sie ihm von Anfang an zeigen, was gesunde Ernährung ist. Seien Sie ein gutes Vorbild, denn Kinder lernen durch Nachahmen. Regelmäßige, gemeinsame Mahlzeiten, frisch einkaufen, selber kochen – all das gehört zu gesunder Ernährung, dazu natürlich die richtigen Lebensmittel.

Die Ernährungspyramide


Sie haben sie sicher schon einmal gesehen: die Ernährungspyramide. Sie gibt Auskunft darüber, welche Lebensmittel man wie viel zu sich nehmen soll:

  • Ganz unten stehen die Getränke. Dass die Basis der Pyramide sehr breit ist, bedeutet: Davon sollen wir täglich viel zu uns nehmen. Allerdings gilt das nicht für jedes Getränk, sondern nur für Wasser, stark verdünnte Fruchtsäfte und koffeinfreie Tees. Rund sechs Portionen täglich werden empfohlen.
  • Auf der nächsten Ebene folgen Obst und Gemüse. Davon werden fünf Portionen am Tag empfohlen, Obst wegen des enthaltenen Zuckers weniger als Gemüse.
  • Auf der nächsthöheren Ebene stehen die Getreideprodukte, also Brot, Müsli, Nudeln und Reis. Davon sind vier Portionen am Tag sinnvoll. Wichtig ist allerdings, Vollkornprodukte zu wählen. Dinkel- und Roggenmehl sind gesünder als Weizenmehl. 
  • Eine Stufe weiter oben stehen die eiweißhaltigen Lebensmittel wie Milch, Käse, Quark, Fleisch und Fisch. Fleisch sollte nur selten gegessen werden. Die empfohlenen drei Portionen am Tag bestehen am besten aus Milchprodukten und Fisch.
  • Noch weiter oben finden wir die Fette und Öle und an der Spitze die Süßigkeiten und Snacks. Gute Öle sind zum Beispiel Olivenöl und Rapsöl. Diese kann man bei der Zubereitung von Speisen in zwei kleinen Portionen täglich verwenden. Süßigkeiten haben (leider) für den Körper überhaupt keinen Nutzen.

Gesunde Ernährung jeden Tag


Braucht es nun eine Waage, um die Anteile der Ernährungsgruppen am Essen genau zu messen? Nein. Entweder Sie orientieren sich an den Mengen, die bei der Ernährungspyramide genannt sind, und messen eine Portion als eine Handvoll ab. Oder Sie sehen sich den eigenen Teller an: etwa die Hälfte sollte voll sein mit Obst oder Gemüse, ein Viertel mit Getreideprodukten und ein Viertel mit proteinreicher Kost. Das funktioniert bei einem gekochten Mittagessen genau wie beim Abendessen mit Brot und Belägen sowie beim Frühstück aus Müsli oder Getreideflocken. Dazu etwas Fett auf dem Brot oder beim Kochen und etwas zu trinken, fertig! Der Vorteil ist: Mit dieser einfachen Faustregel können schon Grundschulkinder eine gesunde Ernährung zusammenstellen.

Kinder und Süßigkeiten


Schokoriegel, Fruchtgummi, Bonbons und Pralinen … Für die Ernährung sind die Zucker- und Fettbomben völlig nutzlos. Stattdessen fördern sie Übergewicht, Blutdruckprobleme, Diabetes und nach Ansicht mancher Forscher auch psychische Erkrankungen. Es gibt also gute Gründe, Zucker nicht bloß als kleine Sünde, sondern als ernsthafte Gesundheitsgefahr anzusehen. Leider ist unser Körper darauf eingestellt, danach zu verlangen. Denn vor Jahrtausenden, als Menschen oft zu wenig Nahrung fanden, wäre ein Schokoriegel eine echte Überlebenshilfe gewesen.
Wie also können Kids und Große mit der Lust nach Süßem umgehen?

  • Alternativen finden: Statt Süßem ein paar Nüsse und Trockenfrüchte (aber nicht zu viele, sie enthalten auch viel Zucker!) essen oder einen Obstteller vorbereiten.
  • Bitterschokolade bevorzugen: Sie enthält viel weniger Zucker und verführt nicht dazu, in großen Mengen verschlungen zu werden. Falls Sie denken, der Geschmack sei für Kinder ungeeignet: Das ist bloß eine Frage der Gewöhnung.
  • Bewusst essen: Süßigkeiten den Kindern nicht beim Spielen oder Fernsehen nebenbei hinstellen. Dann essen sie bloß zu viel davon, ohne es zu merken. Lieber sollten sie sich für ihre süße Portion Zeit nehmen und sie bewusst genießen.
  • Ausnahmen zulassen: Klar werden beim Kindergeburtstag nicht die Bonbons abgezählt und bei Omas Geburtstag dürfen die Kids vom Kuchen essen.

Wie kriege ich mein Kind dazu, gesund zu essen?


Gesunde Kinderernährung ist wie vieles andere eine Frage der Gewöhnung. Wer an verarbeitete Produkte gewöhnt ist, der kennt den Geschmack von selbst gekochtem Gemüse mit wenig Zusatzstoffen eben nicht. Natürlich sind Kinder traditionell eher Gemüsemuffel , völlig unabhängig davon, ob zu Hause Fertiggerichte oder Selbstgekochtes auf den Tisch kommen. Versuchen Sie es mit verschiedenen Gemüsesorten, Rohkost statt Gekochtem, Smoothies aus grünem Blattgemüse und saftigem Obst, liebevoll Hergerichtetem (Gesichter aus Rohkost oder auf der Pizza) und fantasievollen Namen (Räubersoße, Superhelden-Powerdrink).
Kinder essen lieber das, was sie gut kennen, zum Beispiel wenn sie das Gemüse selbst gezogen und geerntet  haben. Auch gemeinsames Kochen macht mehr Lust auf die Gerichte – und nebenbei sind Schnippeln, Rühren und Co.  noch eine prima Schule fürs Leben.