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Gruppendynamik unter Kindern

Wie Kinderfreundschaften die Entwicklung fördern

Vom Spielkumpel im Kindergarten bis zum allerbesten Freund in der Grundschulzeit: Ohne Freunde möchte kaum ein Kind durchs Leben gehen. Sie schenken Halt, Geborgenheit und schöne gemeinsame Erlebnisse. Und für die Eltern wichtig ist das gute Gefühl: In der Beziehung zu Gleichaltrigen können die Kids eine Menge lernen.

Freundschaften im Kindergarten


Bei Kindergartenkindern sind Freundschaften  zunächst meist Spielgemeinschaften. Findet man eine gemeinsame Beschäftigung? Macht das Spielen zusammen mehr Spaß als allein oder mit anderen Kids aus der Kita? Dann schließen die Kleinen schnell Freundschaft. Diese hält vielleicht nur einen Vormittag oder eine Verabredung lang. Der Freund ist im Wesentlichen ein Spielpartner und der kann ruhig wechseln. Doch je länger die Freundschaft gepflegt wird, umso mehr wird der Freund für das Kind auch emotional wichtig. Mit ihm fühlt sich das Kind stärker und kompetenter. Ein Freund hilft, schwierige Situationen zu bewältigen: den Abschied von Mama und Papa am Morgen, einen Streit, eine Enttäuschung. Die Freunde grenzen sich gegen andere ab, zum Beispiel lassen sie andere Kinder nicht mitspielen oder sie ziehen sich zu Hause ins Kinderzimmer zurück. Für den Freund steckt das Kind auch schon mal zurück: Es teilt  Spielzeug oder Süßigkeiten oder verzichtet auf das Zusammensein mit anderen.
Ist die Kindergartenzeit vorüber  oder zieht ein Kind weg, dann ist eine Kindergartenfreundschaft allerdings oft auch schnell wieder vorbei. Das ist völlig normal und in Ordnung, denn sie war einfach an diese Entwicklungsphase des Kindes gebunden.

Freundschaften im Grundschulalter


Je älter Kinder werden, umso wichtiger werden gleichaltrige Freunde – im Grundschulalter  übrigens mehr und mehr solche vom gleichen Geschlecht. Während Freundschaften im Kindergartenalter mehr oder minder zufällig entstehen, werden sie nun bewusster geschlossen. Freunde teilen Interessen und Vorlieben und haben den gleichen Entwicklungsstand. Daher fühlen sich die Kids mit ihren gleichaltrigen Freunden manchmal wohler als mit Erwachsenen. Gegen diese grenzen sie sich ein Stück weit ab. Mit dem Freunde teilt man Zeit, die Mama und Papa nicht miterleben. Man teilt Geheimnisse, die Mama und Papa nicht zu wissen brauchen. Freundschaften werden von Grundschülern auch mehr und mehr aktiv gepflegt, indem sie zum Beispiel Verabredungen selbst treffen oder bei schlechter Laune nachfragen. Zu Beginn der Grundschulzeit ist eine Freundschaft noch schnell beendet, sei es durch einen Streit oder veränderte Interessen. Je älter Ihr Kind, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Freundschaft länger hält.

Wie helfen Freundschaften der Entwicklung?


Mit ihren Freunden üben Kinder im Grundschulalter und darüber hinaus viele wichtige soziale Kompetenzen, zum Beispiel:

  • kommunizieren (über Interessen, Pläne, Wünsche, Bedürfnisse),
  • eigene Bedürfnisse äußern und vertreten („Ich möchte aber lieber Pferde als Prinzessinnen spielen!“),
  • Konflikte lösen,
  • Kompromisse finden, auch mal zurückstecken oder teilen,
  • sich in anderen hineinversetzen und ihre Lage nachfühlen, Rücksicht nehmen,
  • tolerant sein,
  • höflich, umgänglich und hilfsbereit sein.

Darüber hinaus sind Freunde wichtig für die Entwicklung der Persönlichkeit:

  • Kinder lernen die eigene Persönlichkeit kennen, 
  • sie schätzen ihre Stärken und Schwächen ein und lernen, mit ihnen umzugehen,
  • sie regen sich gegenseitig an, sich weiterzuentwickeln.
  • Kinder mit Freunden sind in der Regel seelisch gesünder.

Gruppendynamik bei Kindern


Je älter Kinder werden, umso mehr führen sie sich nicht nur Zweier- oder Dreierfreundschaften, sondern Beziehungen in einer ganzen Gruppe, zum Beispiel der Grundschulklasse. Diese folgen ihren eigenen Gesetzen, der Gruppendynamik. Das Fachwort bedeutet, dass Menschen sich im Kontakt mit anderen in einer Gruppe anders verhalten als alleine oder zu zweit. In einer Schulklasse etwa beobachten sich die Kinder gegenseitig und ahmen sich nach. Die Gruppe verstärkt bestimmte Verhaltensweisen, andere werden abgelehnt. So lernen die Gruppenmitglieder voneinander, das nennt man auch „soziales Lernen“. Häufig kommt es zum Beispiel vor, dass sich einzeln völlig unauffällige Kinder gegenseitig anstacheln, den Unterricht zu stören. Umgekehrt können einzelne Schüler oder kleinere Gruppen auch die ganze Klasse positiv beeinflussen, indem sie deutlich machen, dass sie das störende Verhalten nicht mögen. Das Verhalten von Einzelnen wirkt sich also auf die Gruppe aus, genau wie das Verhalten der Gruppe auf den Einzelnen. Lehrer können versuchen, sich das zunutze zu machen.